fachliches

Warum brauchen so kleine Kinder schon Sprachtherapie?

Die ersten vier Lebensjahre sind eine besonders sensible Zeit im Spracherwerb. Je früher ein Kind mit komplexen sprachlichen Schwierigkeiten in die Therapie kommt, umso eher können die sprachlichen Auffälligkeiten angegangen werden und dadurch auch sekundäre Probleme wie Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten verbunden mit geringem Selbstwertgefühl vermindert oder verhindert werden.

Was wird in der Therapie mit so jungen Kindern gemacht?


Die Idee ist, dem Kind zu ermöglichen, die Sprache selbst zu entdecken. Die Therapeutin analysiert das Spiel- und Kommunikationsverhalten des Kindes und versucht den natürlichen Entdeckungstrieb des Kindes gezielt anzuregen, so dass es selbst realisiert, wie es mit Sprache oder Kommunikation etwas bewirken kann. So ist z.B. das Zeigen eine wichtige Form der Kommunikation um zu signalisieren, worüber es sich "unterhalten" möchte. Es kann also sein, dass das Kind spielerisch dazu angeregt wird, das Zeigen auch wirklich als Instrument der Kommunikation einzusetzen. Phasen mit intensiver Therapie wechseln ab mit Pausen; Zeit um zu sehen, ob die "Neuentdeckungen" weiter wirken und ob sich das Kommunikationsverhalten verändert. Wichtige Partner im Prozess sind die Eltern, die verstehen sollten, was das Ziel der Therapie ist und wie sie in ihrer Rolle als Eltern das Kind auf dem Weg des Entdeckens der Sprache unterstützen können.

Downloads

lic. phil. Susanne Mathieu “Sprachverständnis im Kleinkind- und Vorschulalter” Download
Prof. Dr. Margrit Stamm: “Frühförderung als Kinderspiel” Download
Dr. Barbara Zollinger: “Spätzünder oder sprachgestört?” Download